Die tiefe Beinvenenthrombose ist deshalb so gefürchtet, weil sich ein Thrombus lösen und eine Lungenembolie verursachen kann. Grössere, zentral in der Lunge gelegene Lungenembolien führen zu einem akut lebensbedrohlichen Zustand. Kleinere, periphere Lungenembolien können einen Lungeninfarkt und eine Lungenentzündung auslösen.
Schweregefühl in den Beinen, geschwollene Unterschenkel, überwärmte Unterschenkel, Schmerzen in den Waden oder in den Kniekehlen sind Symptome, die auf eine Venenthrombose hindeuten können. Alle diese Symptome sind jedoch eher unspezifisch. Die Venenthrombose wird deshalb nicht selten erst dann bemerkt, wenn es zu einer Lungenembolie kommt. Treten die genannten Beschwerden direkt nach einer Operation, einer Flugreise oder nach längerer Bettlägerigkeit auf, so sollte man jedoch dringend einen Arzt aufsuchen.
Die tiefe Beinvenenthrombose darf nicht mit Krampfadern verwechselt werden. Krampfadern sind oberflächlich erweiterte Venen. Infolge einer Schädigung der Venenklappen fliesst das Blut immer wieder in die oberflächliche Vene zurück. Sie stellen im Unterschied zu den tiefen Beinvenenthrombosen ein viel geringeres Risiko für eine Lungenembolie dar.
Die Symptome einer Lungenembolie hängen vom Schweregrad der Embolie ab. Eine Lungenembolie kann sich mit akuten Brustschmerzen, Bewusstseinsverlust, atemabhängigen Brustschmerzen, Atemnot, Fieber, Husten und blutigem Auswurf bemerkbar machen.
Bei Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose werden spezielle Untersuchungen des Beines und eine Blutuntersuchung vorgenommen. Gesichert wird die Diagnose mit einer speziellen Ultraschalluntersuchung, der Dopplersonographie der Venen. Zur Diagnose der Lungenembolie werden Blutuntersuchungen, Röntgenuntersuchung und ein Lungen-MRI durchgeführt.
Das wichtigste Ziel bei der Behandlung einer Venenthrombose ist die Verhinderung einer Lungenembolie. Dazu werden blutverdünnende Medikamente eingesetzt. Im Akutstadium in Form von Spritzen, dann in Tablettenform. Je nach Situation muss die Blutverdünnung über eine lange Zeit hinweg fortgeführt werden. Die Therapie bei einer Lungenembolie richtet sich nach dem Schweregrad der Lungenembolie. Bei grossen Embolien muss der Embolus sofort chirurgisch entfernt oder mit Medikamenten aufgelöst werden. Wie bei der Venenthrombose werden in jedem Fall Blutverdünner eingesetzt. Wenn zusätzlich eine Lungenentzündung besteht, wird diese mit Antibiotika behandelt.