Hirnstamm

Der Hirnstamm steuert überlebenswichtigen Funktionen wie z.B. die Atmung und den Blutdruck. Er enthält die zentralen Steuerungskerne der Hirnnerven. So werden von hier aus u. A. die Augenbewegungen, die Bewegung und Empfindung des Gesichtes und der Schluckakt gesteuert. Durch den Hirnstamm ziehen sich sämtliche Bewegungs- und Empfindungsbahnen.
Die Funktion des Hirnstammes wird am häufigsten durch Entzündungen, Schlaganfälle, Tumore und vaskuläre Missbildungen, sog. Kavernome gestört.

Symptome

Symptome sind meistens charakterisiert durch den Ausfall von Hirnnerven und durch den Ausfall der langen Bahnen mit Lähmungen und Gefühlsstörungen im Körper und in den Extremitäten.

Therapie

Eine vollständige Entfernung von Tumoren des Hirnstammes ist häufig nicht möglich, da die Tumore das Gewebe diffus infiltrieren und deren Resektion verheerende neurologische Ausfälle verursachen würde. In diesen Fällen wird eine Probeentnahme durchgeführt und der Tumor radio-onkologisch behandelt. Umschriebene Tumore, oder Tumore der Schädelbasis die den Hirnstamm nur verlagern, wie Neurinome und Meningeome können in der Regel operativ entfernt werden. Kavernome sind Gefässmissbildungen, die aus dünnwandigen Blutkapillaren bestehen. Die Ruptur der Kavernomwand verursacht kleinere Blutungen im Hirnstamm, je nach Lokalisation können schwere neurologische Ausfälle entstehen.

Ihr Spezialist:

Prof. Dr. med. Robert Reisch

Die Indikation zur Therapie wird bei asymptomatischen Zufallsbefunden eher zurückhaltend gestellt. Symptomatische Tumore und Kavernome werden in der Regel operativ behandelt. Die anatomische Dichte von Bahnen und Hirnnervenkernen macht aber die chirurgische Therapie risikoreich. Die operative Indikation soll individuell und nur dann gestellt werden, wenn die funktionell relevanten Strukturen geschont werden können. Der chirurgische Zugang wird immer besonders sorgfältig geplant.

Bei den Operationen hat sich die endoskopisch-assistierte mikrochirurgische Technik bewährt. Durch den Einsatz von Endoskopen können auch versteckte Ecken des Operationsfeldes eingesehen und das Ausmass der zugangsbedingten Verletzung reduziert werden. Unabdingbar ist die Anwendung des intraoperativen Monitorings, um Funktionen des Hirnstammes und der Hirnnerven auch im narkotisierten Zustand kontrollieren zu können.